Lautsprecher Teufel - Lautsprecher für Heimkino, Multimedia und HiFi
STANDBOX PLUS SUBWOOFER?

Standboxen und Aktiv-Subwoofer?

An dieser Stelle möchten wir auf eine immer wieder in Beratungsgesprächen gestellte Frage eingehen: Habe ich nicht einen volleren Sound, wenn ich statt kompakter Satellitenlautsprecher große Standboxen für die linken und rechten Frontkanäle einsetze? Die klare Antwort vorweg: Nein – sogar ganz im Gegenteil. Große Standlautsprecher haben in einem 5.1-Heimkinosystem nichts zu suchen!

Nicht umsonst sind alle Heimkinosysteme aus dem Lautsprecher Teufel-Programm – unabhängig vom Preis – nach dem gleichen Prinzip aufgebaut: fünf, sechs oder sieben kompakte Satelliten-Boxen (oder schlanke Säulen) für die Surround-Kanäle plus ein leistungsstarker Aktivsubwoofer. Angesteuert wird ein solches System in der Regel über einen AV-Receiver. Dessen Lautsprecher-Setup legt fest, welche Frequenzbereiche über die Front- und Surroundkanäle sowie den Subwoofer wiedergegeben werden sollen.

Die hier zu wählende Trennfrequenz zwischen Satelliten und Subwoofer liegt zumeist zwischen 80 und 120 Hertz. Auf den ersten Blick könnte man also annehmen, dass es keinen Unterschied macht, ob vorn zwei großvolumige Standboxen oder zwei kompakte Satelliten eingesetzt werden. Es gibt aber sehr wohl einen erheblichen Unterschied: Die Satelliten aus dem Teufel-Sortiment sind nämlich so ausgelegt, dass sie – unabhängig von der Setup-Einstellung des Receivers – bei der bauartbedingt optimalen Trennfrequenz gleichsam automatisch ihre Arbeit beenden. Technisch gesagt: Eine Frequenzweiche mit 12 dB Flankensteilheit sorgt in Verbindung mit dem geschlossenen Gehäuse für einen sanften und linearen Pegelabfall (je nach Modell) bei 80, 100 oder 120 Hertz.

Satelliten + Subwoofer –> ein perfektes Team

Dieses Verhalten passt optimal zur Charakteristik der Frequenzweichen in den AV-Receivern. Diese sorgen nämlich in der Stellung „Small” ebenfalls für einen recht flach verlaufenden Pegelabfall, was zusammenaddiert einen perfekten Übergang zwischen Satelliten und Subwoofer ohne nennenswerte Pegelabsenkungen oder –anhebungen garantiert



Die Übertragungsbereiche von Subwoofer und Satellit überlappen sich nur bei sehr geringen Pegeln.
In der Addition ergibt sich daher aus beiden Anteilen ein sehr geradliniger Gesamt-Frequenzgang.


Standboxen + Subwoofer –> Frequenzchaos bei 80 bis 120 Hertz


Anders sieht es beim Einsatz von großen Standboxen aus. Auch hier regelt der AV-Receiver zwar den Pegel der fünf Surroundkanäle unterhalb der voreingestellten Übergangsfrequenz herunter. Aber die Flankensteilheit des Filters im Receiver reicht nicht aus, um den Basspegel unterhalb der Übergangsfrequenz schlagartig zu verringern. Die Folge: Die Standboxen sind nicht bei z.B. 80 Hz sauber abgeregelt, sondern geben auch noch die Frequenzen darüber wieder. Die Folge: Im Bereich der Trennfrequenz werden alle Frequenzen hörbar lauter wiedergegeben, da sie hier sowohl von den Standboxen als auch vom Subwoofer abgestrahlt werden. Dieser Effekt ist als überzogener Bass oder Dröhnen deutlich zu hören und lässt sich auch nicht mit einer Pegelabsenkung des Subwoofers völlig verhindern.



Durch den trotz Frequenzgang-Filter „Small” weiter hinabreichenden Frequenzgang der Standbox ergibt sich eine Pegelanhebung, die sich als Dröhnen und in Form eines unpräziseren Tieftonbereichs bemerkbar macht.


Noch schlimmer klingt es, wenn die großvolumigen Standboxen den gesamten Frequenzgang einschließlich der Bässe wiedergeben. Diese Variante wird von zwielichtigen „Beratern” mitunter als besonders bass-starke Einstellung empfohlen. Ihr Argument: Im Tiefbassbereich ergänzen sich die Pegel von Subwoofer und Standboxen, was einen lauteren Bass bedeutet. Lauter wird der Bass auch, allerdings nur in einem bestimmten Bereich – und dort so laut, dass er die benachbarten Frequenzen gnadenlos übertönt. Noch entscheidender sind jedoch zwei weitere unerwünschte Nebenwirkungen: Je nach Aufstellung und Raum werden zum einen durch den Zwillingsbetrieb Tiefbassanteile völlig ausgelöscht, zum anderen können im Bereich um 60-100 Hz deutlich hörbare Frequenzlöcher auftreten. Hier helfen dann auch die Phasenschalter oder -regler am Subwoofer nicht mehr weiter.



Noch schlimmer sieht der Frequenzgang aus, wenn die Standboxen bei Filterstellung „Large” auch die Bässe mit wiedergeben. Je nach Aufstellung und Raum ergeben sich eine noch kräftigere Bassanhebung bei fehlendem Tiefbass (siehe Abb.) oder deutlich hörbare Frequenz-Auslöschungen zwischen 60 und 100 Hz.