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Dipol-Effektlautsprecher
Die Effektlautsprecher
Diffuse Schallverteilung durch die Effektlautsprecher
Bei der Abmischung von Film-Soundtracks geht der Toningenieur davon aus, dass der rückwärtige Kinoraum von einer Vielzahl, rundum an den Wänden befestigter Effektlautsprecher beschallt wird. Durch diese Anordnung ist gewährleistet, dass der Schall die Zuhörer auf den unterschiedlichsten Wegen erreicht und daher nicht zu orten ist. Es entsteht ein diffuses Schallfeld, das bei der Tonproduktion bewusst abgemischt wird.
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| Die Wiedergabe der Surround-Effekte wird im Kino über etliche Lautsprecher an den Seiten- und Rückwänden realisiert |
Jedes moderne Kino verfügt an den Seiten- und Rückwänden über etliche Lautsprecher, die für die Wiedergabe der Surround-Effekte zuständig sind. Damit sich die Effekte nicht orten lassen, sondern scheinbar aus dem Raum kommen, mischen die Toningenieure die Soundtracks so ab, dass im Kinosaal durch möglichst viele Reflexionen eine eindrucksvolle Surround-Atmosphäre entsteht.
Im Heimkino ist diese aufwändige Lautsprecher-Anordnung selbstverständlich undenkbar! Die Lösung bringen "Vollbereichsdipole" - spezielle Lautsprecher, die den Schall nach vorn und hinten abgeben und sich deshalb bei richtiger Aufstellung nicht orten lassen! Der Zuschauer nimmt die Surround-Effekte dann auch im Heimkino weitgehend als Reflexionen aus dem Raum wahr, wodurch sich der Surroundsound aus dem Kino nahezu perfekt ins Wohnzimmer übertragen lässt. Achten Sie beim Modell- und Preisvergleich auf falsche Etiketten: Nicht überall, wo "Vollbereichsdipol" draufsteht, ist auch Vollbereichsdipol drin. Manche Hersteller sparen sich den Tiefmitteltöner auf einer der beiden Dipol-Seiten und setzen nur zwei Hochtöner ein.
Es ist daher falsch, die hinteren Effektkanäle über direktstrahlende Lautsprecher punktuell wiederzugeben. Gerichtet abgestrahlte Effekte bieten nicht den diffusen Charakter und damit die räumliche Assoziation, die der Tonregisseur für die jeweilige Filmszene herstellen wollte. Nur mit diffus wiedergegebenen Effektkanälen lässt sich eine Raumatmosphäre schaffen - ganz gleich, ob für eine weite, unendliche Prärie oder einen engen Jazzeller.
Dolby-Surround, Dolby Digital und dts kommen aus dem Kino. Dort geben grundsätzlich mehrere Surroundlautsprecher den Rundumklang wieder. Das sorgt für eine weiträumige, diffuse Schallverteilung.
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| Mit nur zwei Rücklautsprecher kann der Surround-Effekt durch Dipolboxen nachgeahmt werden. |
Zu Hause können diesen Effekt nur zwei Rücklautsprecher nachahmen. Besonders überzeugend gelingt das den sogenannten Dipolboxen. Sie strahlen den Schall nach vorn und hinten in den Raum und bauen damit großzügige Effektkulissen auf. Voraussetzung: Platz für solche Lautsprecher im Wohnzimmer. Dipolboxen sollen parallel zur Hörcouch, besser aber einen Meter dahinter und einen halben bis einen Meter über Ohrhöhe postiert werden. Idealerweise sollten wenigstens 50 Zentimeter Abstand nach hinten bis zur Rückwand bleiben, damit der Schall ungehindert rückstrahlen kann. Sitzen Sie mit dem Rücken kurz vor der Wand, empfiehlt sich eine Montage der Dipolboxen auf einem Winkel. Auch wenn dann nur ein Wandabstand von einigen Zentimetern erreicht wird, ist der Betrieb von derart montierten Dipollautsprechern meist effektvoller als der Einsatz konventioneller Direktstrahler.
Natürlich lassen sich auch herkömmliche, direktstrahlende Boxen verwenden. Zu dieser Kategorie zählen kompakte Stand- und Regalboxen. Denn mit einem kleinen Trick lassen auch sie sich zu diffusen und damit weiträumigeren Klängen animieren, wenn die Boxen gegen seitliche Wände oder die Zimmerdecke spielen - etwa von einem Regal aus. Diese Umlenkung sorgt für eindrucksvolleren Rundumklang - preiswert, aber durchaus effektvoll.
Unabhängig davon, ob Sie Dipol- oder Direktstrahler einsetzen, gilt folgendes: Surroundboxen sollten nie direkt auf die Ohren des Auditoriums gerichtet sein. In dieser Position läßt sich der Schall präzise orten, der Eindruck von lichter Weite schrumpft merklich zusammen. Und: Lassen Sie die Effektkünstler nicht zu laut spielen. Übertriebene Äußerungen der Rückboxen nerven nicht nur, sie nehmen dem Kinospaß auch viel von seiner Authentizität. Pegeln Sie Ihr Boxensystem darum pingelig genau ein, am besten mit einem "Sound Level Meter" aus dem Teufel-Zubehörprogramm.
Vor dem Boxenkauf sollten Sie folgende Punkte geklärt haben: Müssen Sie nah an den Surroundboxen sitzen, und dämpfen viele Gardinen oder Teppiche die Raumakustik, dann sollten Surroundboxen möglichst indirekt abstrahlen - ein Fall für Dipole also. Sitzen Sie indes weit von den Rücklautsprechern entfernt, oder ist Ihr Raum sehr hallig, können Sie auch direktstrahlende Boxen auswählen.
Mit den digitalen Mehrkanalverfahren Dolby Digital oder dts kommt Raumklang für Musikaufnahmen immer mehr ins Spiel. Auch bei Musikproduktionen geben die Rückboxen in der Regel nur Raumanteile wieder, also eher diffusen Schall. Die Musik spielt meist vorn. Ausnahmen wie die von Denon probehalber in Dolby Digital produzierte Mahler-Symphonie Nr. 5 bestätigen die Regel: Hier schreibt der Komponist Bläser hinter dem Publikum vor. Die können - und müssen – auch via diffus strahlender Dipolboxen geortet werden.
Anderes Beispiel: Dolby hat zur Demonstration von Dolby Digital fünf völlig getrennte Sprecher drauflosreden lassen (zu hören auf der "Dolby DVD Demo and Test Disc", Kapitel 1; 1:37 min.). Auch die lassen sich mit Dipol-Surroundboxen perfekt zuordnen und verfolgen.

